Magdalena Hermann 2016

Revitalisierung der Weberei Senden-Ay

Das Untere Illertal, Grenzgebiet Bayerns zu Württemberg, gilt als äußerst bedeutend für die Industrialisierung in Bayern. Vor allem die Textilindustrie, welche schon im Mittelalter einen Höhepunkt im süddeutschen Raum erlebte, gelang ein Revival im 19.Jhd. Eine der ersten Fabriken dort war die Weberei in Senden-Ay. Sie entstand im Zuge einer Expansion der ‚Mechanischen Baumwollweberei Ulm‘ im Jahr 1857.

Der noch heute erhaltene und inzwischen unter Denkmalschutz gestellte, knapp 10.000m² große Gebäudekomplex, entstand zwischen 1908-1925, geplant von Phillip Jakob Manz, einem wichtigen Vertreter der Industriearchitektur. Die Webhalle, durchzogen von einem regelmäßigen Säulenraster und nach Norden hin verglastem Sheddach, beeindruckt mit einer einzigartigen Lichtstimmung. Umrandet wird die Shedhalle von Ziegelbauten, die als Nebengebäude genutzt wurden.
Seit der endgültigen Schließung im Jahr 1993 stehen die Räume leer, worunter die Bausubstanz leidet. Um vor dem weiteren Verfall zu schützen ist es wichtig, nach einer denkmalgerechten Sanierung, ein neues Nutzungskonzept zu entwickeln. Im Mittelpunkt des Entwurfs soll der respektvolle Umgang mit dem Bestand stehen, dennoch darf auch der wirtschaftliche Aspekt nicht außer Acht gelassen werden.