Flavia Trifan 2020

Die Wehrkirche St. Martin in Mortesdorf

Denkmalpflegerische Maßnahmen und Umnutzungsstrategien.

In der Sakralarchitektur des christlichen Europas ist die Wehrbaukunst ein allgemein bekanntes Phänomen. Die Wehrbarmachung von Kirchen wurde zur ins Leben gerufenen Handlungsweise der Bewohner als Antwort auf die Bedrohung durch Überfälle, Kriege und Machtkämpfe. Das Wehrbauerbe Siebenbürgens, ein ehemalig hart umkämpftes Grenzgebiet, bietet eine Kirchenburgenlandschaft an, die in ihre besondere Vielfalt und Dichte auffällt.

Die Mortesdorfer Wehrkirche St. Martin ist ein Baudenkmal der Siebenbürger Sachsen Geschichte. Im Zentrum des 1319 erstmals erwähnten Dorfes steht die turmlose, spätrömische Saalkirche, deren Gründungsbau aus dem späten 13. Jahrhundert stammt. Nach dem Türkeneinfall 1438 wurde die Kirchenanlage in zwei Phasen befestigt: im 15. Jahrhundert folgte der Ausbau der Wehrmauer und die Errichtung des Westturms, dann im 17. Jahrhundert die Verstärkung der Verteidigungsmauer durch wehrtechnische Elemente, sowie durch den Nord- und Ostturm. In den folgenden Jahrhunderten fanden unterschiedliche Änderun­gen in der Kirche statt und weitere Baukörper des Berings wurden umgebaut. Heutzutage steht das Baudenkmal größtenteils unter der Verwaltung des Evanghelischen Konsistoriums A.B. Mediasch und in der Verwahrung des Vereins Arca de la Motiș – Mortesdorfer Boot.

Im Rahmen der Diplomarbeit und mit besonderer Wertlegung auf die stilistische und typologische Ein-ordnung des Wehrbaus wird ein Sanierungs- und Umnutzungskonzept anhand einer umfassenden Bestandsaufnahme, Dokumentation und Analyse des Gebäudekom­plexes erarbeitet. Das Ziel ist einen Entwurf zur Wiederbelebung des Ensembles mithilfe denkmalpflegerischer Maßnahmen zu entwickeln.