Stummes Erbe

Stummes Erbe

Queerfeministische Bestandspflege tabuisierter Räume

Projektübersicht

Projektbeteiligte:

Theresa Knosp (Kunstgeschichte)
Thomas Moser (Kunstgeschichte)
Julia Nuler (Raumgestaltung und Entwerfen)
Sophie Stackmann (Denkmalpflege und Bauen im Bestand)

Programm: EXCITE 2024

Laufzeit: 2024-2025

Abb: Exhibition of the projects and workshop results at the end of the semester at TU Wien, Credits: Robert Puteanu / robert-p.com, 2025

Forschungsprojekt Stummes Erbe

Der architektonische Kanon beruft sich seit seiner Entstehung auf das Ideal vom Architekten als genialen Schöpfer, der eine Entwurfsaufgabe durch eine Eingebung zeichnerisch löst (Cuff 1991; Stratigakos 2017). Auf diese Prämisse greift die Architekturgeschichte mit ihren Ordnungskriterien und Normen bis heute zurück. Auch in der architektonischen Praxis dienen nach wie vor fast ausschließlich die Leistungen einzelner weißer Männer als Vorbilder. Dieser verengte Fokus des Kanons hat sowohl Folgen für das berufliche Selbstverständnis von Architekt*innen wie auch für deren Entwurfsverständnis. Mit unserem Forschungsprojekt wollen wir diesem Missverhältnis mit einem Ansatz begegnen, der die Potentiale einer queerfeministischen Baukultur architekturhistorisch auslotet und fragt, wie eine antihegemoniale Geschichtsschreibung und Wissensproduktion die architektonische Praxis als queerfeministische Care-Arbeit konturieren kann (Haraway 1988; Ahmed 2017).

Wir zielen darauf, ein neues, an bestehende Architekturforschung anknüpfendes Instrumentarium zu entwickeln, das eine Alternative zu den tradierten Werkzeugen des Kanons bietet (Lorde 1984; Bonnevier 2007). Unser Schwerpunkt liegt dabei auf den zukünftigen Umgang mit bestehender Architektur. Auf diese Weise möchten wir an einem geschichtssensiblen Entwurfsverständnis arbeiten, das aus der theoretischen Kanonkritik eine queerfeministische Praxis baulicher Bestandspflege entwickelt.

Projektergebnisse

Preise

Best Teaching Awards TU Wien: Anerkennungspreis für gender-inklusive Lehrinnovation

Lehrveranstaltungen

253.L78 Entwerfen Tabuisierte Stadt – Queerfeministisches Lernen von Bestand

251.872 Wahlseminar Kunstgeschichte, Sex und Raum. Queerfeminstische Zugänge – Fokus Kunstgeschichte

251.883 Wahlseminar Denkmal und Stadt, Sex und Raum. Queerfeminstische Zugänge – Fokus Kunstgeschichte

Publikationen

Unvoiced Heritage. Queerfeminist Care for Tabooed Spaces (in Vorbereitung).

Vorträge

Vortrag “Unvoiced Heritage”, Konferenz: A Future for Whose Past?, 23.10.2025, Ascona, (Schweiz).

Panel “CONTEXT, CONTEXT, CONTEXT – PERSPECTIVES ON DESIGN WITHIN HISTORY”. Impulsvortrag auf der Vienna Design Week, 29.09.2025, Wien.

Ausstellungen

Qu(e)er im urbanen Orbit, Kubus Export, 11. November bis 20. November 2025

Kurationsteam

Theresa Knosp, Zeno Mocanu, Thomas Moser, Julia Nuler, Emily Paefgen, Nadien Stinauer

Mit Arbeiten von

Amira Chahin, Matteo Decaminada, Michael Erler-Fernandez, Anna Feuchtmeir, Fridolin Gabitzer, Sirma Gencheva, Maida Halilovic, Henriette Käßner, Annika Klement, Björn Kock, Victoria Kraft, Luca Ligotti, Maximilian Liko, Emilia Milenkovic, Zeno Mocanu, Katharina Proske, Meret Recker, Lena Rössler, Nicole Stecher, Ana Tereza Tiripa, Nicole Valenta, Asja Zahirovic

Fotos der Ausstellung

Kontakt

DENKMALPFLEGE UND BAUEN IM BESTAND

Univ.Ass.(Postdoc) M.A. Dr. phil Sophie Stackmann
Forschungsbereich Denkmalpflege und Bauen im Bestand,
Technische Universität Wien, Karlsplatz 13/251-2, 1040 Wien
Telefon: +43 (1) 58801 25111
E-Mail: sophie.stackmann@tuwien.ac.at

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