Übung – Denkmal und Bauen im Bestand – WiSe 2026/27

251.256 3,0 h (4,0 ECTS)

kommunaler Wohnbau und sein umfeld

Vorlesungsübung – Denkmal und Bauen im Bestand – Bachelor/ Master

Alessandro RINTALLO

Einführung
06.10.2026, 17:00–19:00 Uhr 
Seminarraum 257 (Stiege 3, 2. Stock)

Termine
Die Vorlesungsübung findet von Oktober bis Dezember 2026 statt – jeweils dienstags von 14:00–18:00 Uhr
im Seminarraum 257

Anwesenheitspflicht: bei unentschuldigtem Fehlen werden die Plätze an Personen auf der Warteliste vergeben.

Anmeldung
Bewerbung via TISS

Kommunaler Wohnbau in Wien der 1970er und 1980er Jahre und sein städtebauliches Umfeld
Mit kommunalen Wohnbauten wie der Wohnanlage Wohnen Morgen, der Wohnhausanlage Inzersdorfer Straße oder dem August-Bergmann-Hof entstanden im Wien der 1970er und frühen 1980er Jahre großmaßstäbliche Neubauten inmitten gewachsener Stadtstrukturen. Charakteristisch für diese Projekte ist ihre städtebauliche Einfügung in ein bestehendes Umfeld unter Einsatz nachkriegsmoderner Konstruktions- und Gestaltungsprinzipien. Damit werden sie zu Zeugnissen eines planerischen Wandels und markieren den Übergang von einem nachkriegsmodernen zu einem postmodernen Planungsverständnis.

Das jeweils fallspezifische Verhältnis von Wohnbau und Umfeld steht im Fokus der Übung. Der forschende und zeichnerische Blick richtet sich auf die Frage, wie sich die jeweiligen Projekte in ihr bestehendes städtebauliches Umfeld einfügen. Dabei werden folgende Themenfelder untersucht:

  1. Stadtbauhistorischer Kontext und Entstehungsbedingungen

Welche stadtbauhistorische Genese liegt dem Quartier zugrunde? Wie stellte sich der städtebauliche Kontext vor Errichtung des Wohnbaus dar? Waren damit Anpassungen, Überformungen oder Instandsetzungen des Bestands verbunden? Welche planerischen Hintergründe liegen dem Wohnbau zugrunde?

  1. Städtebauliche Einfügung und architektonische Gestaltung

Wie erfolgte die bauliche Einfügung in die Umgebung? Welche baulichen Charakteristika weist der Wohnbau auf? Welche Entwurfsentscheidungen waren eher zeittypisch, welche ortsspezifisch? 

  1. Zusammenspiel von Wohnbau und Umfeld

Welche städtebaulichen und architektonischen Qualitäten wurden durch den Wohnbau im Quartier geschaffen? Welchen Beitrag leistet das Projekt zur räumlichen und funktionalen Vielfalt des Quartiers? Von welchen bestehenden Infrastrukturen profitiert der Wohnbau und welche neuen Angebote ergänzt er?

  1. Verborgene Potenziale aus dem Zusammenwirken

Welche bislang ungenutzten Potenziale ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Wohnbau und Umfeld? Welche räumlichen, funktionalen oder gestalterischen Qualitäten könnten durch gezielte Eingriffe aktiviert oder gestärkt werden?

Methoden

  • Literatur- und Archivrecherche
  • Analyse historischer Pläne und Luftbilder
  • Kartierung städtebaulicher Entwicklung
  • Baualters- und Zeitschichtenanalyse
  • Analyse von Planungsdokumenten und Wettbewerben
  • Vergleich von Vorher-/Nachher-Zuständen
  • Städtebauliche Analyse
  • Morphologische Analyse (Blockstruktur, Parzellen, Baukörper, Freiräume)
  • Typologische Analyse
  • Zeichnerische Bestandsaufnahme
  • Analyse von Maßstab, Körnung, Höhenentwicklung und Raumkanten
  • Funktionskartierung
  • Nutzungsanalyse
  • Erschließungsanalyse
  • Infrastrukturanalyse
  • Analyse räumlicher Beziehungen und Wegebeziehungen
  • Beobachtung vor Ort
  • Qualitäten- und Werteanalyse
  • Szenarienentwicklung
  • Ausarbeitung eines kleinen, gestalterischen Eingriffs

Sprache
Deutsch

TISS