251.269 4,0 h (5,0 ECTS)
Kirche ohne kirche
Denkmalpflegerisches entwerfen
liebfrauenkirche schwechat
Kleines Entwerfen – Master
Heike OEVERMANN
Anna MÖLK
Jakob LEGENSTEIN
Einführung
Freitag, 09. Oktober 2026, 09:00 – 13:00, SR 257
Workshop- und Korrekturtermine
geblockt, als Workshop-Format an 4 x 2 Tagen
Termine aus gesondertem Beiblatt entnehmen!
Endpräsentation
Freitag, 04. Dezember 2026, Schwechat
Montags um 5
empfohlene Vortagsreihe
Anmeldung
Bewerbung via TISS
Kirche ohne Kirche, Liebfrauenkirche Schwechat
Die Gesellschaft wandelt sich und fest Geglaubtes hat an Sicherheit verloren. Damit fallen mehr und mehr die Bauwerke des Sakralen brach, in denen sich die christliche Weltdeutung baukünstlerisch Ausdruck verschafft hatte. So werden Kirchen zunehmend Gegenstand von Veränderungs-, Umnutzungs- und sogar Abrissanliegen. Was aber bleibt, sind architektonische Sonderbauten mit Raumpotentialen für die Stadt sowie sozial aufgeladene historische Orientierungspunkte im Stadtbild. Die Frage eines neuen Umgangs mit diesen Baudenkmalen verlangt eine entwerferische Antwort.
Die Liebfrauenkirche – auch Dreifaltigkeitskirche – in Schwechat ist ein Beispiel dafür. Sie wurde Ende des 17. Jahrhunderts als Teil eines Kapuzinerklosters errichtet. Nach der Aufhebung des Klosters Anfang des 19. Jahrhunderts blieb die Kirche erhalten und prägt bis heute ihren Standort an der Wiener Straße, einer historischen Verkehrsachse von Wien Richtung Osten. Während sich ihre Umgebung über die Jahrhunderte grundlegend verändert hat und heute von Einkaufszentrum, Gewerbebauten und Verkehrs- infrastruktur geprägt ist, blieb das Kirchengebäude mit seiner städtebaulichen Präsenz bestehen. Seit einigen Jahrzehnten ist allerdings der Bedarf der katholisch-kirchlichen Nutzung nicht mehr gegeben und nun steht auch die orthodox-kirchliche Nutzung in Frage.
Was kann aus einer Kirche ohne kirchliche Nutzung entstehen? Welche Nachnutzungen kommen in Frage und lässt sich an die bisherige gemeinschaftliche Funktion anknüpfen und aufbauen? Welche Potentiale liegen in der herausfordernden aber auch äußerst spannenden städtebaulichen Situation des Gebäudes und seiner Außenräume? Welche architektonisch-denkmalpflegerischen Strategien ermöglichen es, eine Kirche als Raum der Stadt und als Ort für Gemeinschaften neu zu interpretieren, weiterzudenken und dadurch ihre Erhaltung zu sichern?
Es werden Visionen gesucht, die mit einem denkmalpflegerischen Entwurf geprüft werden, und die mit den Denkmalbedeutungen und den städtebaulichen und architektonischen Qualitäten geschickt umgehen.
Erfassen – Bewerten – Erhalten/Entwerfen
Leistungsnachweise
Gruppenarbeit je 2 Studierende, bei der neben der Analyse und dem Entwurf, unterschiedliche Erhaltungs- und Gestaltungsvarianten im Sinne des Abwägungsprozesses (Management of Change) geprüft werden müssen.
• Zwei Zwischenpräsentationen: Plakate (print) und Arbeitsmodell
• Für die Endpräsentation sind gedruckte Pläne im Abgabeformat zu präsentieren -> 4 Plakate (print) DIN A1 (nach Layoutvorgabe) UND Abgabe Modell
• Die Abgabe erfolgt digital mit Korrekturen und angepassten Darstellungen UND Abholung der Modelle
Zentrale Aspekte der Bearbeitung sind:
Bestandsanalyse und Nutzungskonzept: Textliche und graphische Aussagen zu: Bau- und Nutzungsgeschichte, städtebaulicher Kontext und Konzept (1:500)
Zu erstellen sind ein Statement of Conservation and Design sowie ein denkmalpflegerisches Entwurfskonzept (siehe Literaturliste, Weblinks: „Hinweise zu wissenschaftlichem Arbeiten“) mit textlichen und graphischen Aussagen zu: Bestands- und Denkmalwerten (Potenziale, Mängel), Transformation und Zugänglichkeit
Aussagen zum Management of Change: Differenzierung der Erhaltungs- und Veränderungseingriffe
Architektonische Interventionen: Grundriss, Schnitt, Ansicht 1:500 / 1:200, Modell oder Teilmodell; Detail nach Konzept in 1:50 bis 1:10
Sprache
Deutsch
TISS