Wahlseminar – Denkmalforschung – SoSe 2026

LVA SOSE 2026

251.259 3,5 h (5,0ECTS)

Die Wiener Hofburg nach 1945

Umnutzung, Instandsetzung und politische Deutung

Wahlseminar Denkmalforschung und -dokumentation – Bachelor

Bundesdenkmalamt, Fotoarchiv, Wien I., Stallburg Hof während Restaurierung 1959, Aufn. Pos. 4807, K. Scherb

Birgit KNAUER

Einführung
Beginn am 10.03.2026
Seminarraum 257 

Termine
wöchentlich Donnerstag, 11:00-13:00 Uhr
Seminarraum 257

bitte vormerken:
Montags um 5 -Termine (Anwesenheitspflicht),
jew. Hörsaal 6, um 17:00 Uhr

16.03.2026 – Anna Luib
27.04.2026 – Jan Engelke von ANA
11.05.2026 – Timo Bogataj und Sara Klimbacher von Kollektiv Kaorle

Anmeldung
Bewerbung via TISS

Inhalt der Lehrveranstaltung
Die Wiener Hofburg nach 1945:

Umnutzung, Instandsetzung und politische Deutung Dieses Wahlseminar widmet sich einem historischen und leider ebenso aktuellen Thema, dem Wiederaufbau im Krieg zerstörter Denkmale: Wir betrachten das Thema vorrangig aus historischer Perspektive und befassen uns mitdenkmalpflegerischen, politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Transformation und Umnutzung des Hofburgareals in Wien nach 1945. Im Rahmen der Wiederaufbauplanung wurden zahlreiche Entscheidungen über Erhaltung, Abbruch und Nachnutzung getroffen, wodurch sich das Erscheinungsbild und auch die Bausubstanz der im Krieg beschädigten Gebäudeteilweise sehr stark veränderten. Die in dieser Phase häufig erfolgte Transformation von Gebäuden ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Viele herausragende Baudenkmale wurden wiederaufgebaut, beispielsweise in Wiender Stephansdom, die Albertina oder die Staatsoper, während andere Gebäude durch Neubauten ersetzt wurden, wie etwa der gegenüber liegende Heinrichshof. Bei diesen Überlegungen war nicht nur der bauliche Zustand derGebäude nach Ende der Kriegshandlungen ausschlaggebend, vielmehr wurde hier über Werte und Bedeutung der Architektur verhandelt und über die Art und Weise der Instandsetzung entschieden. Die Phase des Wiederaufbauswährend und nach dem Zweiten Weltkrieg wird daher in der jüngeren Forschung auch als Zeitraum des Heritage Makings bezeichnet, also als Moment der gesellschaftlichen Aushandlung und Festschreibung des erhaltenswertenBaubestandes. Diese Zeitspanne ist daher nicht nur architekturhistorisch bedeutsam, sondern auch aus Sicht der Denkmalpflege interessant.

Auch die Wiener Hofburg erlitt in den letzten Kriegsjahren erhebliche Zerstörungen. Etwa im Bereich der Stallburg und des Bundeskanzleramtes waren Schäden durch Bombentreffer zu verzeichnen. Nach dem Krieg galt es dieHofburg, die von den vergangenen politischen Systemen instrumentalisiert und auch durch die Besatzungsmächte zwischen 1945-1955 verschiedentlich genutzt worden war, nicht nur wieder instand zu setzen, sondern auch als „Ort der Österreichischen Demokratie“ neu zu deuten.

Aufgabe der TeilnehmerInnen des Seminars wird sein, diesem baulichen Prozess, der auch mit verschiedenen Umnutzungen einherging, aus Sicht der Denkmalforschung nachzugehen und sich mit der Restaurierungsgeschichte einzelner Bauten im Bereich des Hofburgareals auseinanderzusetzen. Ziel ist es, zu einem ausgewählten Gebäude des Hofburgareals (Stallburg, Bundeskanzleramt, Leopoldinischer Trakt, Palmenhaus, ehem. Hofstallungen, etc.) eine Seminararbeit nach den Kriterien des Wissenschaftlichen Arbeitens zu verfassen.

Methoden
Wir werden uns im Zuge der Recherche mit unterschiedlichen Quellen befassen (u.a. historische Stadtkarten, historisches Bildmaterial, Filme und Schriftdokumente) und lernen diese zu recherchieren und kritisch auszuwerten. Zielist es u.a. die Baugeschichte eines Gebäudes aufzuarbeiten und die Befähigung zu erlernen, unterschiedliche Zeitschichten zu erkennen und zu bewerten.

  • Methoden der Stadtforschung, Denkmalpflege und Heritage Studies
  • Archivrecherche, Auswertung von Schriftdokumenten (Quellenkritik)
  • Vergleichsstudie (z.B. Abgleich von Plan-, Bild- und Schriftdokumenten, etc.)
  • Vor-Ort-Analyse

Leistungsnachweise
Aktive Mitarbeit, Zwischen- und Schlusspräsentation und Ausarbeitung einer wissenschaftlichen Arbeit (Einzelarbeit). Jede_r Teilnehmer_in hat eine schriftliche, methodisch einwandfreie, wissenschaftliche Arbeit im Umfang von ca.15 Seiten Fließtext vorzulegen. Erste Ergebnisse werden in der Zwischenpräsentation dargelegt. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer Schlusspräsentation vorgestellt. Zu den Beurteilungskriterien zählen auch die aktive Teilnahme an den Gruppenterminen, Kurzreferate und Textbesprechungen.

Wir weisen darauf hin, dass die Abgaben mit der Plagiatssoftware turnitin geprüft werden! Beachten Sie beim Verfassen der Ausarbeitung die Richtlinien der TU Wien zum Umgang mit Plagiaten.

Sprache
Deutsch