Nicola Marquass und Cosima Kristl
SYSTEMBAUTEN DER NACHKRIEGSMODERNE – DAS BUNDESAMT FÜR EICH- UND VERMESSUNGSWESEN IN WIEN
1_Nicola Marquass
Serielle Struktur, Denkmalwert und Transformation eines Verwaltungsbaus der 1970er-Jahre zwischen Analyse, Bewertung und Entwurf
2_Cosima Kristl
Bestand, Denkmalpflege und Weiterbauen – Transformation eines Verwaltungsbaus der Nachkriegsmoderne als architektonischer Prozess
Themendiplom Erhalten & Fortschreiben. Umgang mit Systembauten der 1960er Jahre.
Betreuung: Birgit KNAUER, Lorenzo DE CHIFFRE
Diese Diplomarbeit untersucht den Umgang mit seriellen Büro- und Verwaltungsbauten der 1960er- und 1970er-Jahre am Beispiel des Gebäudes des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen (BEV) in Wien, Schiffamtsgasse 1–3. Der zwischen 1978 und 1983 nach Plänen von Walter Jaksch und Friedrich Steinfelser errichtete Bau steht exemplarisch für eine funktionalistische, systemhaft gedachte Architektur der Spätmoderne, die heute unter erheblichem Erhaltungs- und Transformationsdruck steht.
Ziel der Arbeit ist es, das Gebäude mit Methoden der Denkmalpflege zu analysieren und dessen konstruktive, räumliche und gestalterische Qualitäten als Ressource für eine zeitgemäße Weiterentwicklung zu begreifen. Im Zentrum steht die Frage, welche gestalterischen Potenziale in der seriellen Struktur eines Verwaltungsbaus der Nachkriegsmoderne liegen und wie diese durch eine Transformation aktiviert werden können, die den Bestand respektiert, ohne ihn zu musealisieren oder zu neutralisieren.
Methodisch verbindet die Arbeit eine architekturhistorische Einordnung mit einer denkmalpflegerischen Bewertung und einer entwurfsbasierten Forschung. Aufbauend auf der Analyse von Baugeschichte, städtebaulichem Kontext, Struktur, Materialität und Nutzung wird ein Kriterienraster zur Beurteilung serieller Verwaltungsbauten entwickelt. Darauf aufbauend werden konkrete Transformationsszenarien für das BEV-Gebäude erarbeitet, die Aspekte wie Nachhaltigkeit, Reversibilität und gestalterische Kohärenz berücksichtigen.
Die Arbeit versteht sich als Beitrag zur Erweiterung des Denkmalbegriffs und zur Diskussion eines qualitätsvollen Umgangs mit bislang wenig anerkannten Bauten der Nachkriegsmoderne. Sie zielt darauf ab, über den Einzelfall hinaus übertragbare Strategien für den zukünftigen Umgang mit vergleichbaren Gebäudetypen aufzuzeigen.