Balázs Bratengeier
DAS KEPLERGEBÄUDE DER JKU LINZ – EIN SYSTEMBAU?
UNTERSUCHUNG EINES BILDUNGSBAUS DER NACHKRIEGSMODERNE
Themendiplom Erhalten & Fortschreiben. Umgang mit Systembauten der 1960er Jahre.
Betreuung: Birgit KNAUER, Lorenzo DE CHIFFRE
Die Diplomarbeit widmet sich dem Keplergebäude an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) und untersucht es exemplarisch in Hinblick auf seine Verortung in der Entwicklung der Nachkriegsmoderne und eine denkmalpflegerische Bewertung. Das Keplergebäude entstand 1966 als zentrales Gebäude des neu errichteten Campus der Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und stellte damit einen wichtigen Bezugspunkt in der Gründung und Entwicklung der Universität dar.
Die Architektur der 1960er- und 1970er-Jahre ist stark durch Systembauten geprägt, die standardisierte Bauweisen, spezifische Materialität und klare räumliche Konzepte aufweisen. Diese Bauten bilden einen bedeutenden Bestand des architektonischen und gesellschaftlichen Erbes der Nachkriegszeit. Gleichzeitig stehen sie unter erheblichem Anpassungsdruck, da funktionale, bauphysikalische und räumliche Anforderungen oft nicht mehr erfüllt werden. Eine geringe gesellschaftliche Wertschätzung erschwert die denkmalgerechte Erhaltung zusätzlich.
Auf Grundlage historischer Quellen zu Stadtentwicklung, JKU-Geschichte und Architektenplanung sowie aktueller theoretischer Ansätze der Nachkriegsmoderne und Denkmalpflege wird die architektonische und denkmalpflegerische Relevanz des Keplergebäudes analysiert. Diese Diplomarbeit untersucht, ob das Keplergebäude als Systembau einzuordnen ist und welche typologischen Merkmale es aufweist. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für Erhalt, Anpassung und Fortschreibung des Keplergebäudes zu entwickeln. Dabei sollen die Identität und spezifischen Qualitäten des Gebäudes gewahrt werden. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Diskussion über den Umgang mit Bildungsbauten der Nachkriegsmoderne in Österreich und zeigt Strategien für eine differenzierte denkmalpflegerische Bewertung und Weiterentwicklung auf.