Linus Dittgen und Nickels Stoltzenberg

Linus Dittgen und Nickels Stoltzenberg

SCHULE WEITERDENKEN

1_Linus Dittgen
Ein Bestand als Ressource

2_Nickels Stoltzenberg
Erfassung eines baukulturellen Erbes 

Themendiplom Erhalten & Fortschreiben. Umgang mit Systembauten  der 1960er Jahre. 
Betreuung: Birgit KNAUER, Lorenzo DE CHIFFRE

Architektur ist stets ein Spiegel ihrer Zeit, doch gerade die Bauten der Nachkriegsmoderne stehen heute unter immensem Druck. Leerstand, bauliche Mängel und ein gestiegener Raumbedarf sind die Herausforderungen unserer Zeit im Umgang mit dem Bestand der 1960 und 1970er Jahre. Die erhebliche architektonische Qualität und ihre Rolle in der Baugeschichte werden hierbei oft vernachlässigt. Auch die Volksschule Braunau-Neustadt aus dem Jahr 1974 stellt sich aktuell diesen Problemen. Die Schule, welche dem damaligen häufig gebauten Typus der Hallenschule zugehörig ist und im Stil des Brutalismus erbaut wurde, zeichnet sich abgesehen von der Struktur durch sein modulares System aus seriell gefertigten Fassaden- und Deckenelementen aus. Durch einen gestiegen Raumbedarf und beträchtliche bauphysikalische und bauliche Mängel läuft die Schule jedoch Gefahr abgerissen zu werden oder durch eine Sanierung oder ein Umbau völlig überformt zu werden.


Vor diesem Hintergrund wurde von der Gemeinde Braunau 2025 ein zweistufiger Realisierungswettbewerb abgehalten und entsprechende Entwürfe erarbeitet. Diese Arbeit versteht sich als alternatives Konzept für die bestehende Bauaufgabe in Braunau und widmet sich der Weiterentwicklung des Schulgebäudes. Ziel ist es, ein Sanierungs- und Erweiterungskonzept zu erarbeiten, das den funktionalen Anforderungen eines zeitgemäßen Schulbetriebs gerecht wird, die vorhandenen architektonischen Qualitäten respektiert und die besondere Bedeutung des Gebäudes für die Bildungsarchitektur der 1970er-Jahre würdigt.


Ausgehend von einer umfassenden Bestandsaufnahme, Raumanalyse und Nutzerbefragungen werden Schwächen, Potenziale und Besonderheiten der Schule sichtbar. Auf dieser Basis entsteht ein Entwurf, der bestehende Strukturen weiterdenkt, den Marktplatz und die Erschließung optimiert und neue Lern- und Aufenthaltsräume schafft.
Die Arbeit zeigt, wie ein sensibler Umgang mit dem Bestand möglich ist, und macht die Volksschule Braunau-Neustadt zu einem Beispiel für verantwortungsvolles Weiterbauen von Systembauten der Nachkriegsmoderne – ein Ort, der nicht nur Bildung vermittelt, sondern auch die Geschichte und Identität der Architektur dieser Epoche lebendig hält.