Katharina Rohringer und Fedora Herzog

Katharina Rohringer und Fedora Herzog

PÄDAGOGIK UND SCHULBAU IM WANDEL
AM BEISPIEL DES SCHULZENTRUM HART

1_Katharina Rohringer
Der denkmalpflegerische Umgang mit einem Systembau

2_Fedora Herzog
Transformation eines Systembaus

Themendiplom Erhalten & Fortschreiben. Umgang mit Systembauten  der 1960er Jahre. 
Betreuung: Birgit KNAUER, Lorenzo DE CHIFFRE

Mangelnde Bautätigkeit der vorhergehenden Jahrzehnte, Bevölkerungsentwicklung, wirtschaftliche Umstände und neue gesetzliche Rahmenbedingungen, wie eine längere Schulpflicht, führten zum Entstehen einer Fülle von Schulbauten in der Nachkriegszeit. Ein wichtiges Beispiel aus dieser Zeit ist das Schulzentrum Hart, geplant 1971 von Karl Odorizzi im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs. Es beherbergt eine Sporthalle und fünf pädagogische Einrichtungen: einen Kindergarten, eine Volksschule, eine Sonderschule, eine Mittelschule und eine Polytechnische Schule, sowie seit einigen Jahren auch zwei Krabbelstuben. Das Schulzentrum Hart markiert den Höhe- und Endpunkt von Odorizzis Schulbautätigkeit und gilt, laut Friedrich Achleitner, als „pädagogische Großmaschine“.


Das Schulzentrum Hart in Leonding steht exemplarisch für den Schulbau der Nachkriegszeit in Österreich, da gleichzeitig die Entwicklungen in Richtung Systembau und in den pädagogischen Konzepten der 1960er bis 1970er Jahre ablesbar sind. Als letzter Schulbau Odorizzis, der in seiner ursprünglichen Form mit nur geringfügigen Anpassungen erhalten ist und trotz den veränderten Ansprüchen an Lehr- und Lernräume weiterhin genutzt wird, bietet er die Gelegenheit, Adaptierungsmöglichkeiten anhand eines Entwurfs zu untersuchen.


Das Ziel ist eine respektvolle Adaptierung des denkmalgeschützten Schulgebäudes, welche die Qualitäten des Bestands erhält und stärkt, sowie auf die veränderten Nutzungsanforderungen und den gestiegenen Raumbedarf eingeht. Dabei sollen aktuelle pädagogische Konzepte, die Bedürfnisse der Nutzenden sowie die Anforderungen der Denkmalpflege in Einklang gebracht werden. Es wird ein denkmalpflegerisches Konzept sowie ein architektonischer Entwurf entwickelt und damit exemplarisch aufgezeigt, wie eine zukunftsfähige Transformation des Bestands der 1970er Jahre gelingen kann.