LVA SOSE 2026
251.266 4,0 h (5,0 ECTS)
Bekenntiniskirche Wien Donaustadt
Werte entdecken, Qualitäten entwickeln
Kleines Entwerfen – Master
Alessandro RINTALLO
Anna MÖLK
Heike OEVERMANN
Einführung
Donnerstag, 10.09.2026, 09:00 Uhr
Seminarraum 257
Termine
Die LVA findet geblockt, als Workshop-Format im Zeitraum vom 10.09. bis 02.10.2026 statt. In den ersten beiden Wochen findet eine tägliche Arbeits- und Betreuungsphase im Seminarraum 257 (Stiege 3, 2. Stock) statt. (Mo-Fr 9.00–18.00 Uhr).
Es wird erwartet, dass alle Teilnehmenden vor Ort im gemeinsamen Arbeitsraum arbeiten! Die Phase endet mit einer Endpräsentation am 25.09.2026.
Die letzte Woche dient der eigenständigen Überarbeitung des Projektes auf Grundlage der Endkritik.
Anmeldung
Bewerbung via TISS
Inhalt der Lehrveranstaltung
„Die Bekenntniskirche samt Gemeindezentrum in Wien-Donaustadt bildet den zentralen Versammlungs- und Identifikationsort der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Als zahlenmäßig größte lutherische Gemeinde Wiens blickt sie auf eine Entstehungsgeschichte zurück, die von den Bedingungen der Nachkriegszeit geprägt ist. Der Kirchen- und Gemeindesaalbau entstand unter Einsatz wiederverwendeter Ziegel aus kriegszerstörter Wohnbebauung; Laien und Professionisten arbeiteten dabei gemeinschaftlich an der Umsetzung. Das nach Entwürfen des Architekten Sepp Schuster errichtete Ensemble steht heute unter Denkmalschutz. Zukünftige Eingriffe erfordern daher einen sensiblen und kontextbewussten Umgang mit dem Bestand, der sich im Spannungsfeld zwischen überlieferten Erinnerungswerten und aktuellen funktionalen Anforderungen an ein zeitgemäßes Gemeindezentrum bewegt. Eine zentrale Herausforderung stellt die räumliche Verknüpfung von Kirchenschiff und Gemeindesaal dar, der als querliegender Baukörper das Raumprogramm des Kirchenbaus erweitert. An dieser Schnittstelle entsteht eine ausgeprägte Schwellensituation, die besondere planerische Anforderungen an die Organisation und Ausrichtung des Altarbereichs mit sich bringt. Einerseits ist ein adäquater Umgang mit den baulichen und gestalterischen Defiziten des Hochaltars zu entwickeln sowie die architektonisch-theologische Frage nach der Einführung eines Volksaltars zu verhandeln. Andererseits bedingen diese Überlegungen grundlegende Entscheidungen hinsichtlich der Ordnung des Gestühls sowie der räumlichen Disposition von Kanzel und Lichtführung. Zukunftsweisend sind Entwurfsansätze, die zusätzliche Begegnungsräume erschließen, indem gemeinschaftlich nutzbare Freiflächen in das räumliche Gesamtkonzept integriert werden. Gefragt sind Konzepte, die den Bestand als Zeugnis seiner Entstehungszeit respektieren und zugleich als Ausgangspunkt für zeitgemäße architektonische Interventionen nutzen, um den vielfältigen Anforderungen des heutigen Gemeindelebens gerecht zu werden. In nuce: Wie kann ein denkmalgeschütztes Kirchenensemble zu einem offenen, zeitgemäßen Gemeindezentrum transformiert werden, ohne seine liturgische Identität zu verlieren?“ Beschreibung News LVA-Anmeldung Feedback Thomas Szabo, Vikar der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B.
Methoden
Das Kleine Entwerfen wird in einem 3-wöchigen, geblockten Workshop-Format abgehalten. Der Methodenkatalog des Dreiklangs „Erfassen, Bewerten, Erhalten/Entwerfen“ wird hierbei in einem verhältnismäßig kurzen, dafür intensiven und konzentrierten Arbeits- und Betreuungszeitraum angewandt. Hierzu wird ein Arbeitsraum am Forschungsbereich für Denkmalpflege und Bauen im Bestand für alle Teinehmenden zur Verfügung gestellt, in dem täglich gearbeitet werden soll. Zu den methodischen Zugängen an die Entwurfsaufgabe zählen u.a.:
• Objektbesichtigungen
• Gespräche mit Gemeindeangehörigen
• Tagesexkursion und Besichtigung von Vergleichsobjekten im Stadtraum Wien
• Planerstellung
• Modellerstellung
• Texterstellung
• Eigenständige Bearbeitungsphasen in 2-er Gruppen
• Kurzpräsentationen und Endpräsentation
• uvm.
Leistungsnachweis
• Eine Zwischenpräsentationen; Beamer-Präsentation und Arbeitsmodell
• Für die Endpräsentation sind gedruckte Pläne im Abgabeformat zu präsentieren; max. 4 Plakate (print) DIN A1 und Abgabe Modell
• Die Endabgabe erfolgt eine Woche nach der Endabgabe digital, mit Korrekturen und angepassten Darstellungen und Modellfotos
Zentrale Aspekte der Bearbeitung sind:
• Bestandsanalysen: Textliche und graphische Aussagen zu: Bau- und Nutzungsgeschichte, Architektonischer Beschreibung und Analyse
• Denkmalpflegerisches Erhaltungs- und Entwicklungskonzept: Textliche und graphische Aussagen zu: Bestands- und Denkmalwerten (Potenziale, Mängel), Transformation und Zugänglichkeit
mit Aussagen zum Management of Change: Denkmal- und Bestandswerte, Öffnung, Differenzierung der Erhaltungs- und Veränderungseingriffe
• Architektonische Interventionen: Grundriss, Schnitt, Ansicht M 1:100 / 1:50, Modell oder Teilmodell; Detail nach Konzept in 1:25 bis 1:5
Sprache
Deutsch
TISS