CLAUDIA LINGENHÖL 2021

Kleinbauten der Stadt Wien

Allgegenwärtig und dennoch häufig übersehen, sind die Kleinbauten der Stadt Wien – von den Fahrgastunterständen, öffentlichen Bedürfnisanstalten und Kiosken über die Kaffee- und Gartenpavillons bis hin zu den Wasserreservoirhäuschen – unentbehrlich für das reibungslose Funktionieren der Stadt. Zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort für eine bestimmte Funktion errichtet, befriedigen diese kleinen, solitären Bauten in mannigfaltiger Erscheinung die alltäglichen Bedürfnisse des urbanen Menschen. Seit rund 200 Jahren zählen sie zu den wesentlichen Bestandteilen der Stadt und zeugen von ihrer Entwicklung. Trotz ihrer geringen Größe prägen sie den städtischen Lebensraum, doch wird ihnen ihre unscheinbare Größe häufig zum Verhängnis. Bei Bedarf, wie selbstverständlich vorausgesetzt, verlieren sie bei veränderten Bedürfnissen ihre Daseinsberechtigung und müssen oftmals weichen. Im besten Fall werden sie an einen weniger begehrten Standort transloziert, somit aber ihrem ursprünglichen Kontext entrissen, im schlimmsten Fall restlos beseitigt. Ziel der Arbeit ist es, einen Einblick ins Universum dieser „bedeutsamen Belanglosigkeiten“ (Lampugnani 2019) zu eröffnen und anhand exemplarischer Analysen unterschiedlicher Kategorien und Beispiele ihre Fülle, Diversität, Qualität und Relevanz aufzuzeigen, um so das denkmalpflegerische Interesse und die Sorge um die häufig vergessenen Kleinbauten der Stadt Wien zu wecken. Da das denkmalpflegerische Interesse an den Kleinbauten der Stadt Wien im Vordergrund dieser Arbeit steht, sollen abschließend die aktuelle Situation rund um Schutz und Umgang sowie Werte, Problematik und Potentiale aufgezeigt werden.