BIANCA BARNARD 2020

DIE PRATERATELIERS – EIN ARCHITEKTONISCHES ERBE DER WIENER WELTAUSSTELLUNG 1873.
Bestandsaufnahme. Denkmalpflegerisches & funktionales Konzept.

Im ehemaligen Jagdrevier des Kaisers befinden sich die Praterateliers, die 1873 anlässlich der fünften Weltausstellung im heutigen 2. Wiener Gemeindebezirk erbaut wurden. Der Entwurf der „Pavillons des amatuers“ stammt vom österreichischen Architekten des Historismus Carl von Hasenauer.

Die beiden symmetrisch angelegten, dreiflügeligen Objekte sind gleich, der nördliche Pavillon wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und in den 1950ern in zeitgemäßen, stark reduzierten Formen wiederaufgebaut. Das südliche Gebäude mit seinen korinthischen Säulen befindet sich bis auf vereinzelte Umbauten im ursprünglichen Zustand. Die Pavillons beherbergen heute jeweils 13 Ateliers in unterschiedlichen Größen (80 bis 300 m2) und werden nach wie vor an KünstlerInnen vermietet. Österreichische Berühmtheiten wie die Bildhauer Alfred Hrdlicka und Oswald Oberhuber wirkten darin.

Beide Objekte stehen unter Denkmalschutz und weisen ihrem jeweiligen Alter entsprechende Schäden an der Substanz auf. Daher sollen, nach erfolgten Recherchen zum historischen Kontext der Weltausstellung und der beiden Pavillons, in einer detaillierten Bestandsaufnahme die vorhandenen Bauschäden dokumentiert, Restaurierungsarbeiten vorgeschlagen und ein denkmalpflegerisches Konzept erstellt werden. Abschließend soll ein funktionales Konzept die bestehende Nutzung für Kunstschaffende so optimieren, dass ein Mehrwert für Eigentümer und MieterInnen entsteht und das maximale Potenzial der historisch wertvollen Bildhauerateliers ausgeschöpft werden kann.